Solidaritätserklärung der Arbeiterjugendpolitik AG (AJP) der SDAJ, mit den streikenden KollegInnen bei der Bahn

Liebe KollegInnen,
Bundesregierung und Unternehmensleitungen sind sich einig: Die Tarifeinheit muss her.Grund genug, um schon ein bisschen skeptisch zu werden. Denn was auf der einen Seite wie ein gutes Mittel aussieht, um die Belegschaft zusammenzuführen und sie unter einem Tarifvertrag zu vereinen, entpuppt sich in Realität zu einemAngriff auf unsere Rechte. Denn die Frage,wer Tarifverträge aushandeln darf und wer überhaupt wirklichdie Interessen der Belegschaft vertritt können wir nur unter uns
klären – und nicht per Gesetz vorgeschrieben bekommen. So führt die gesetzlich erzwungene Tarifeinheit nur zu noch mehr Zwist und Streitereien wer nun „offiziell“ die Interessen der Belegschaft vertreten darf und wer nicht – und das dient am Ende nur der Geschäftsführung. Denn die ist weder „Sozialpartner“ noch sitzt sie im selben Boot: Umso weniger wir uns einig sind wer und wie unsere Interessen vertreten werden sollen, umso mehr kann sie mühsam Erkämpftes rückgängig machen, um ihre Profite zu sichern. Die Gleichung ist denkbar einfach und dennoch von großer Sprengkraft: Je mehr wir sind und je vereinter wir als Gewerkschaft handeln, desto stärker können wir unsere Interessen nach einem Lohn, der zum Leben reicht und Arbeitsbedingungen, die uns nicht kaputt machen, wirklich durchsetzen.

Gerade wir Jugendliche brauchen eine Zukunftsperspektive, die jenseits von Überstunden,Arbeitsstress oder Existenzangst liegt. Da uns diese sicher nicht vom Management geschenkt wird,müssen wir sie uns erkämpfen. Besinnen wir uns zurück auf das, worauf es ankommt:Gemeinsam für seine Interessen kämpfen, unabhängig von Beruf, unabhängig vomAlter, unabhängig ob in der einen oder anderen Gewerkschaft. Eure Forderungen in dieser Tarifrunde sind legitim, verhindert, dass die Geschäftsführung sie unter den Tisch fallen lässt!

Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) erklären uns solidarisch mit euren Forderungen und kämpfen gemeinsam an eurer Seite!
Spaltung überwinden! GesetzlicheTarifeinheit verhindern!

Solidarität mit dem kurdischen Widerstand!

Wir solidarisieren uns mit den Verteidigern von Kobanê und den kurdischen Autonomiegebieten. Wir klagen den deutschen Imperialismus an, gemeinsam mit den NATO-Partnern das Morden in Kurdistan herbeigeführt zu haben! Niemals – auch wenn es heute in den Worten der Kanzlerin anders klingt – ging und geht es um den Schutz der Kurden in Nordsyrien.

Kopierflyer der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) zur aktuellen Situation in Kobanê (PDF 1,2 MiB)

Solidarität mit dem kurdischen Widerstand in Rojava!
Halt stand, freies Kobane!
Nach drei Wochen der erfolgreichen Verteidigung der Stadt Kobanê (arabisch: Ain Al-Arab) durch die Volksverteidigungseinheiten (YPG) ist der Islamische Staat (IS) nun bis ins Stadtzentrum von Kobanê vorgerückt. Den Kanton Kobanê hat der IS bereits im Laufe der letzten Wochen erobert. Sollte die Stadt Kobanê fallen, bricht auch die Verbindung zwischen den Autonomiegebieten Efrîn und Qamischli ab, die zusammen Rojava bzw. Westkurdistan bilden. Kobanê gilt als Zentrum der kurdischen Selbstverwaltungsgebiete im Norden Syriens. Die kurdischen Autonomiegebiete werden von allen Seiten bekämpft, sie unterliegen Blockaden, sodass der Aufbauprozess einer eigenen Verwaltung ein steiniger Weg war. Trotzdem wurden in diesem Prozess innerhalb der letzten zwei Jahre große Fortschritte gemacht. Ziel war die Errichtung einer solidarisch organisierten Selbstverwaltung.

Stellungnahme des Bundesvorstandes der SDAJ
25 Jahre Mauerfall: Ein Fest fürs Kapital
Keinen Bock auf nochmal 25 Jahre Sozialabbau, Kriegseinsätze und Jugendarbeitslosigkeit

Vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer. Jedes Jahr wird dieser Tag von den Herrschenden zum Anlass großer Feiern genommen, dieses Jahr dürften sie noch um einiges größer ausfallen. In den Reden, die dort gehalten werden, wird dann nicht nur die 1989 angeblich gewonnene Freiheit gefeiert, sondern auch die DDR mit scharfen Worten verurteilt werden. Das kennen wir allerdings nicht nur von Jahrestagen und ähnlichen Anlässen, sondern erleben es tagtäglich in Schule und Medien. Auch wenn der Staat DDR nicht mehr existiert, das Feindbild DDR wird aufrecht erhalten. Warum und für wen wird eigentlich dieser ganze Aufwand betrieben?

Alles nur Einbildung?
Erklärtes Ziel vieler „Aufklärungs“-kampagnen zur DDR ist die Beeinflussung des Geschichtsbilds Jugendlicher. Denn auch, wenn von einer DDR-Begeisterung der deutschen Jugend keine Rede sein kann, die Herrschenden bekämpfen mit ihrer Propaganda keine reine Einbildung. Um die wirkliche DDR geht es ihnen dabei erst in zweiter Linie, um eine ernsthafte, vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit der historischen Realität erst recht nicht. Vor allem geht es darum, dass eine Alternative zur kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht einmal mehr gedacht werden soll, um die völlige Verbannung des Sozialismus aus den Köpfen. Denn ohne eine grundsätzliche Perspektive fällt es uns auch schwerer, wirksamen Widerstand im Hier und Jetzt zu entwickeln. Widerstand gegen Ausbildungsplatzmangel, prekäre Arbeitsverhältnisse, unbezahlte Überstunden und miese Löhne. Widerstand gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen, marode Schulgebäude und antidemokratische Lehrinhalte. Widerstand gegen Nazis, Rassismus und staatliche Auslese- und Abschiebepolitik. Widerstand gegen Kriegseinsätze, Waffenexporte und Bundeswehrpropaganda. All diesen dringend notwendigen Kämpfen soll die gemeinsame Klammer genommen werden, die allein dafür sorgen kann, dass sie konsequent und ohne Rücksicht auf das Kapital geführt werden: die sozialistische Perspektive!

Diese Podiumsdiskussion ist beim Jugendkongress 2014 (http://jugendkongress2014.de) entstanden. Leider ist lediglich der erste Teil der Eingangsstatement mitgeschnitten.

Am Dienstag den 07.10, ab 18 Uhr findet unser monatlicher Bildungsabend, im Jugendzentrum Bauteil5 statt. Diesmal wollen wir mit euch anhand unserer Broschüre zur DDR, eine Aufarbeitung der Geschichte und die Errungenschaften der DDR diskutieren.

Die DDR ist Vergangenheit. Soviel steht fest. Der 9. November, der Fall der Berliner Mauer, jährt sich 2014 zum 25. Mal. 2015 ist der 03.Oktober, der „Tag der deutschen Einheit“, an der Reihe. Eine ganze Generation ist herangewachsen, für die die DDR bloß noch Geschichte ist. Vergangen und vergessen? Auch 25 Jahre später gibt es noch Unterschiede zwischen Ost und West, vom niedrigeren Lohn, bis zum (noch) besseren Angebot an Krippenplätzen. Und auch Politik, Medien und Schule sorgen dafür, dass die DDR nicht vergessen wird. Ein „Unrechtsstaat“ soll die DDR gewesen sein und freuen sollen wir uns, in der so freiheitlichen Bundesrepublik aufgewachsen zu sein. Da wollen wir mit dieser Broschüre nochmal genauer hinschauen. Dabei interessieren uns nicht nur die großen Daten, an die immer wieder erinnert wird. Uns interessiert auch, was eigentlich zwischen diesen Daten passiert ist, wie die Menschen in der DDR gelebt und gearbeitet haben und wir wollen auch die großen Ereignisse aus diesen gesellschaftlichen Verhältnissen heraus verstehen lernen.
Aber sollte ein sozialistischer Jugendverband sich nicht lieber um das kümmern, was für Jugendliche heute wichtig ist? Keine Ausbildungsplätze, keine Übernahme, Leiharbeit und Befristung, miese Vergütungen, Lernstress und zu große Klassen. Von Kriegen, Nazis und Rassismus ganz zu schweigen.
Aber genau deswegen beschäftigen wir uns mit der DDR. All diese Kämpfe, die wir heute führen müssen, bleiben Flickwerk, wenn sie keine gemeinsame Perspektive haben. Diese Perspektive ist für uns der Sozialismus. Damit wir diese Alternative zum Kapitalismus vergessen, wird auf die DDR eingeschlagen. Gerade darum haben wir allen Grund uns der DDR mal aus unserer Sichtweise anzunehmen.

„Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“, 36 Seiten, 1,- Euro, erhältlich bei der SDAJ-Gruppe in deiner Stadt oder im jW-Shop. Check jungewelt.de

Mauer, Stasi, alles grau – so sollen wir die DDR sehen. Zum 25. Jahrestag des „Mauerfalls“ am 9. November werden wir wieder einmal erklärt bekommen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, dass Freiheit und Sozialismus einander ausschließen, dass es keine Alternative zu parlamentarischer Scheindemokratie und angeblich sozialer Marktwirtschaft gibt. Mit der Broschüre „Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“ stellt die SDAJ ihre Sicht auf die DDR dar. In vier Abschnitten fragt die Broschüre: Was ist an der herrschenden Meinung dran, welche Interessen stehen dahinter? Was bedeutet der Sozialismus für den einzelnen, wieso war der Weg vom Arbeiterjugendlichen über eine gute Ausbildung in eine verantwortliche Position so typisch für den anderen deutschen Staat? Wer hat durch das Ende der DDR etwas gewonnen, wer hat verloren, was waren Gründe für das Scheitern der DDR? Und: Ist das Ende der DDR auch der Untergang des Sozialismus? Die Broschüre lässt junge Menschen aus dem Osten und solche, die die DDR mit gestaltet haben, zu Wort kommen, sie stellt die Entwicklung der DDR in ihren historischen Zusammenhang und ergänzt dies durch kurze Beiträge zur marxistischen Theorie. Für die SDAJ zeigen die Erfahrungen der DDR: Trotz aller Fehler und Schwächen ist der Sozialismus das Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Wie wir die DDR zu sehen haben, wollen wir uns nicht von Joachim Gauck und der Bild-Zeitung vorschreiben lassen.

„Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“, 36 Seiten, 1,- Euro, erhältlich bei der SDAJ-Gruppe in deiner Stadt oder im jW-Shop. Check jungewelt.de

Am Samstag den 30. August 2014 trafen sich einige SDAJlerInnen in Gütersloh, um bei der landesweiten Aktion gegen Leiharbeit, gemeinsam einige Ausbeuter zu outen.
Im Visier standen die über Dreißig Leiharbeitsbuden in der Innenstadt von Gütersloh, die in den letzten Jahren immer mehr an Raum gewinnen und die prekäre und unsichere Situation, von jungen Menschen ohne Ausbildung oder festen Arbeitsplatz ausnutzen können.
Für die Aktion wurde ein Infostand aufgebaut, an dem sich Interessierte mit Sprühdose und Schablone kreativ auslassen und über die Aktion informieren konnten. Neben dem Stand wurde zur selben Zeit ein Sklavenmarkt eröffnet, auf dem junge LeiharbeiterInnen zum Verkauf angepriesen wurden. Darunter waren eine junge Schulabgängerin, ein junger Facharbeiter, sowie ein Langzeit Arbeitsloser und eine junge Frau, aus der ehemaligen Stammbelegschaft, die sich für zwanzig Prozent weniger Lohn und unbezahlten Überstunden, an den Unternehmer bringen wollten.
Der Sklavenhändler erfüllte seine Aufgabe perfekt und pries die Leiharbeit als „Billig, billig, billig…“ an und stellte satirisch heraus, dass Leiharbeit viele Vorteile hätte, die jedoch nur den Unternehmen zugutekommen würden. Die Aktion brachte einige Passanten zum Grübeln, die auch direkt das Gespräch mit uns suchten, um uns von ihren Erfahrungen zu erzählen.

01-CoverUnsere neueste Ausgabe der „Megaphone“ ist gestern druckfrisch in Gütersloh angekommen! Diesmal erwarten euch wieder interessante Artikel, zum Leiharbeitsboom und Ausbildungsplatzmangel in Gütersloh. Bei Gesprächen die wir zu vor, mit 2 Leiharbeitern aus Gütersloh geführt haben, konnten wir einige beispielhafte O-Töne, aus dem Arbeitsalltag der Leiharbeit erfahren – die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Schau doch mal rein, oder hol dir eine gedruckte Ausgabe, z.B. am Samstag (30.08), beim Aktionstag gegen Leiharbeit in Gütersloh – Berliner Str.

Megaphone Nr.2-2014 Leiharbeit-Ausbildung

Sklavenmarkt Theater in der Gütersloher Innenstadt
Sa.30.08.14 – 13 Uhr – Berliner Str. – Ecke Tschibo/Vero Moda

Wir die SDAJ Gütersloh veranstalten am Samstag – 30.08, ab 13 Uhr in der Innenstadt, Berliner Str.- Ecke „Tschibo&VeroModa“, ein Sklavenmarkt Theater, mit anschließenden Redebeiträgen, um die miesen Arbeitsbedingungen der Leiharbeit und anderen prekären Beschäftigungsformen, hier vor Ort zu outen.

Im Rahmen unserer bundesweiten Kampagne „Unsere Zukunft statt Eure Profite!“, fiel bei der Recherche zu den lokalen Ausbildungs-&Arbeitsbedingungen schnell auf, dass die Leiharbeitsbranche in Gütersloh, einen extrem großen Anteil im bundesweiten Vergleich darstellt. Das hat uns nicht verwundert, denn schließlich sind hier große Konzerne, wie z.B. in der Druckindustrie oder im Fleischgewerbe, die sich Jahr, für Jahr ihre Extraprofite durch Leiharbeitsfirmen sichern. Die LeiharbeiterInnen jedoch erleben dafür, unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen, was es bedeutet Tag für Tag auf Abruf zu sein, 40% weniger zu verdienen, unbezahlte Überstunden zu schieben und keine Chance auf Übernahme im Betrieb zu haben.

Während die Leiharbeitsbranche in Gütersloh boomt, bleibt auch die qualifizierte Ausbildung immer mehr auf der Strecke. Häufig wenden sich die Unternehmen nicht an das Arbeitsamt, für neue Bewerber, sondern direkt an die Leiharbeitsfirma. Und wenn man nach einer 3 jährigen qualifizierten Ausbildung, nicht übernommen wird, bleibt meistens nichts anderes, als seine Arbeitskraft, an die modernen Sklavenhändler zu verkaufen! Das bestätigen auch bundesweite Zahlen des DGB, die angeben, dass mehr als die Hälfte der LeiharbeiterInnen unter 35 Jahre alt sind.

Der Ausbildungsstellenrückgang, Hartz4, Niedriglohnsektor, Tarifunterwanderung, Werkverträge und der gleichzeitige Leiharbeitsboom zeigen auch auf, dass dies ein politisch gewollter Gesamtprozess auf dem Arbeitsmarkt ist, der die Rechte der Arbeiterklasse Stück für Stück aushebelt und vor allem der Spaltung dient. Denn nichts fürchten die Herrschenden mehr, als eine organisierte Arbeiterklasse, die für ihre Rechte kämpft. Der Kampf um ein Ausbildungsgesetz und ein Verbot von Leiharbeitsfirmen, muss daher von allen ArbeiterInnen und Arbeitern gemeinsam geführt werden! Allein auf der parlamentarischen Ebene werden wir nicht viel erreichen können, denn die Vertreter des Kapitals kennen viele Wege, die Gesetze wieder zu umgehen.
Lasst uns in die Offensive gehen, für unsere Rechte und gegen alle Ausbeuter!

Deshalb:
– Kämpfen wir gemeinsam für unsere Zukunft statt ihre Profite!
– Für ein gesetzliches Verbot von Leiharbeit, Werkverträgen & Hartz4!
– Für ein Ausbildungsgesetz welches den Interessen der arbeitenden Jugend und nicht den Kapitalisten dient!