Stellungnahme der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) Gütersloh
70 Jahre Befreiung vom sowjetischen Strafgefangenlager „Stalag 326“ in Stukenbrock

In diesem Jahr 2015, begehen wir 8.Mai den 70. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Bereits am 02. April 1945 wurde das sowjetische Strafgefangenlager „Stalag 326“ in Stukenbrock, durch die Alliierten Kräfte und durch einen gut organisierten Aufstand der Gefangenen befreit. In der Zeit von 1941-1945 sind hier mehr als 65.000 sowjetische Kriegsgefangene, von der Zwangsarbeit für die deutsche Kriegswirtschaft, in Barracken und Löchern hausend, wie Tiere zu Tode gequält worden.

Am 2. April 2015 anläßlich des 70.Jahrestages der Befreiung des sowjetischen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 (VI/VK) führt der Arbeitskreis BLUMEN FÜR STUKENBROCK ein Erinnerungstreffen durch. Mit einer Kranzniederlegung um 16.30 Uhr an der Informationstafel im Eingangsbereich der Landespolizeischule „Erich Klausener“, wird den Opfern wie den Überlebenden gedacht.
Angesichts der Zunahme rechter, neofaschistischer Kräfte und der drohenden Kriegsgefahr in Europa durch die gegenwärtigen Krise in der Ukraine, erinnert der Arbeitskreis an die Mahnung der Opfer des Stalag 326 (VI/VK): „Und sorget ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen und Frieden zwischen den Völkern“. Mit diesem Anliegen lädt der Arbeitskreis zur Teilnahme an dem Erinnerungstreffen ein.

Am 20. Oktober tauchte Pegida zum ersten Mal in Dresden auf. Am 26. Oktober demonstrierten in Köln ungefähr 4.000 Faschisten unter der Losung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa). Diese Aktion stand zwar nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Pegida, allerdings gibt es Kontakte zwischen beiden Gruppierungen. Ob HoGeSa oder Pegida: beides muss vor dem Hintergrund einer wachsenden Islamfeindschaft und einer zunehmend aggressiveren Ablehnung, die Flüchtlingen entgegenschlägt, gesehen werden.
Doch wie konnte diese Bewegung, die sich in erster Linie nur in ihrer Ablehnung des sogenannten „Fremden“ einig ist, in so kurzer Zeit derart erfolgreich werden? In Zeiten einer schwachen Friedensbewegung und geringer Streikbereitschaft, also keiner außerparlamentarischen Bewegung, die den Herrschenden Angst macht, schafft es Pegida, Tausende Unzufriedene zu sammeln und zu mobilisieren.

Pegida, HoGeSa, Afd, NPD… What the fuck?
Der Anmelder der Pegida Kundgebungen in Dresden ist Lutz Bachmann: Verurteilt wegen Körperverletzung und Betrug. Die organisatorische Unterstützung bekommt die Bewegung dort von rechtsoffenen Hooligangruppen. Melanie Dittmer ist seit den neunziger Jahren in der rechten Szene bekannt: sie war Kader der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ und ist jetzt Führungsperson der rechtspopulistischen Splitterpartei ProNRW und der „Identitären Bewegung“. In Düsseldorf wurde die erste Demonstration von Alexander Heumann angemeldet, Mitglied der „Patriotischen Plattform“ der AfD.
Zu den Demonstrationen rufen Parteien wie die NPD, Die Rechte und AfD offen auf. Im Westen folgten bisher nur einige Hunderte TeilnehmerInnen, wobei es sich in der Regel um stramme Nazis handelte. Diese Tatsache führt im Rheinland mittlerweile zu heftigen Machtkämpfen, welche Parteikader Anführer der Demonstrationen sein dürfen.
In Dresden stellt sich die Situation komplizierter dar: Die Stadt spielt eine besondere Rolle im rechten/konservativen Diskurs Deutschlands. Durch die ewig lange nicht erfolgte Aufarbeitung der alliierten Bombardierung der Stadt, was auch von Neonazi Seite lange Zeit erfolgreich aufgegriffen wurde, und einem besonders rechten Flügel der CDU in der Landesregierung besteht in Dresden ein großes Potential an reaktionärem Protest. Die zuletzt 18 000 Personen waren in ihrer Mehrheit keine organisierten Nazis. Die Presse nennt sie Empörte, WutbürgerInnen, rechtsoffene Fußballfans, „besorgte BürgerInnen“…

Sowjetischer Soldatenfriedhof Stukenbrock-Senne, Senner Straße

Sonnabend, 6. September
14.00 Uhr Friedhofsführungen
15.00 Uhr Kranzniederlegung

Gedenkansprachen:

Roman Franz Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW
Lühr Henken Berliner Friedenskoordination
Arno Klönne Soziologe Paderborn

Das Jahr 2014 hat viele Gedenktage. Dazu gehört besonders die Erinnerung an den Beginn des I. Weltkrieges vor 100 Jahren und des II. Weltkrieges vor 75 Jahren.
Nie darf vergessen werden, wie viel Leid und Elend der Menschheit mit diesen Kriegen angetan wurde. Das „Nie wieder Krieg und Faschismus“ von 1945 sollte als stete Mahnung an die Überlebenden und die kommenden Generationen verstanden werden.
1990 schien der Kalte Krieg zwischen West und Ost friedlich beendet zu sein. Die Gegenwart zeigt, dass das nicht von allen Beteiligten so gesehen wurde. Die NATO erweiterte entgegen der damaligen Erwartungen ihren Einfluss nach Osten. Ihre Truppen stehen heute an den Grenzen Russlands. Eine beispiellose Einmischung von Politikern der USA und der EU in die inneren Angelegenheiten der Ukraine und das Streben nach Eingliederung dieser ehemaligen Sowjetrepublik in die Strukturen der EU sieht Russland offenbar als Bedrohung. Nicht gegen, sondern nur mit Russland ist der Friede in Europa zu sichern. Die deutsche Außenpolitik sollte das als ehernen Auftrag aus der Geschichte vorleben!
Es darf nie vergessen werden, das die Völker der damaligen UdSSR für die Befreiung Europas und Deutschlands von der Naziherrschaft über 20 Millionen Tote zu beklagen hatten. Dazu gehören auch die 65.000 im Lager 326 VI-K in Stukenbrock von Deutschen zu Tode gequälten sowjetischen Kriegsgefangenen, die in der Erde des heutigen Sowjetischen Soldatenfriedhofs ruhen.
In der Zeit des Kalten Krieges ließ die CDU- NRW Landesregierung 1954 die Glasplastik, die eine rote Fahne symbolisierte, von dem Denkmal auf dem Friedhof entfernen. Das Denkmal hatten die Überlebenden für ihre toten Kameraden errichtet. Die rote Fahne war ihr Symbol des Sieges über Hitlerdeutschland.
Bis heute wurde, trotz erklärter Absicht der Landesregierung, das Denkmal in seiner ursprünglichen Form wieder herzustellen, nichts dergleichen getan. Die Feindbilder aus der Zeit des Kalten Krieges sind offenbar bis heute nicht überwunden. Dieses Verhalten widerspricht den Absichtserklärungen führender deutscher Politiker.
Wir fordern:

– Schluss mit dem Kalten Krieg gegen Russland!
– Deutsche Außenpolitik muss Friedens- und Entspannungspolitik sein!
– Ob in Syrien oder der Ukraine: Alles ist zu tun für friedliche Konfliktlösungen!
– Rüstungsexporte stoppen, denn Rüstung begünstigt Kriege!
– Keine Modernisierung der USA- Atomwaffen, sondern ihren Abzug!

UND SORGET IHR, DIE IHR NOCH IM LEBEN STEHT, DASS FRIEDEN BLEIBT, FRIEDE ZWISCHEN DEN MENSCHEN, FRIEDE ZWISCHEN DEN VÖLKERN!

In diesem Sinne laden wir ein zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag am Sonnabend, dem 6. September 2014 auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock.
Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock e.V.

weitere Infos: http://blumen-fuer-stukenbrock.de/

Stellungnahme der AG Antimilitarismus des Bundesvorstands der SDAJ:

Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend verurteilt aufs Entschiedenste das jüngste von ukrainischen Faschisten in Odessa begangene Massaker, bei dem über vierzig Menschen ermordet wurden! Nachdem ein Zeltlager von Unterstützern eines Referendums über Föderalisierung der Ukraine von einem Demonstrationszug von Anhängern des faschistischen „Rechten Sektors“ angegriffen wurde, flüchteten sich die Angegriffenen in das naheliegende Gewerkschaftshaus. Mit vorbereiteten Brandsätzen attackierten die Faschisten das Haus, setzten es in Flammen und ließen die Eingeschlossenen bei lebendigem Leib verbrennen oder bei Sprüngen aus den Fenstern sterben. Wer sich ins Freie retten konnte, wurde zu Tode geprügelt. Die Polizei sah dem Massaker tatenlos zu, der Gouverneur des Gebietes Odessa drückte seine Unterstützung für das Vorgehen der Faschisten aus, das er als „Säuberungsaktion“ gegen „Terroristen“ bezeichnete. Die Putschisten-Regierung in Kiew und die deutschen Medien sind eifrig bemüht, die faschistischen Mörder zu entschuldigen und berichten von angeblichen bewaffneten Angriffen prorussischer Aktivisten auf den „friedlichen“ Demonstrationszug im Vorfeld. Imperialisten und Putschisten stellen sich schützend vor die Mörder, die für sie die Drecksarbeit erledigen und mit Gewalt und Terror die Autonomiebestrebungen im Süden und Osten der Ukraine ersticken sollen. Unsere Solidarität gilt allen Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Ukraine, die sich den faschistischen Mördern entgegenstellen!

Während LehrerInnen im Geschichtsunterricht und offizielle VertreterInnen der Bundesrepublik gerne von der deutschen Kapitulation reden, sprechen wir immer noch vom Tag der Befreiung.

An diesem Tag haben die Deutschen keine schwere Niederlage erlebt, an diesem Tag wurde die schlimmste Herrschaft in der Geschichte Deutschlands beendet.
Schon kurz nach der Machtübertragung an Hitler wurden Mitglieder der KPD, SPD und der Gewerkschaften in Konzentrationslager verschleppt. Viele von ihnen haben den Tag der Befreiung nicht mehr erlebt. Der sogenannte Reichsarbeitsdienst, sorgte dafür, dass tausende Menschen zu Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen wurden, ohne Rechte, geschweige denn einer Vertretung in Form von Betriebsräten. Die Gewerkschaften waren zu diesem Zeitpunkt schon zerschlagen. In der Folge dieser Herrschaft wurden dann alle, die nicht ins faschistische Weltbild passten, deportiert und systematisch ermordet. Egal ob Menschen mit jüdischem Glauben, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, Roma und Sinti oder politische GegnerInnen.
Die deutsche Wehrmacht war bei all diesen Verbrechen beteiligt. So organisierte sie die Zusammentreibung von jüdischen Menschen um diese dann in Massengräbern zu erschießen. Unter dem Vorwand Partisanen zu bekämpfen wurden Dörfer ausgerottet, Frauen, Kinder und ganze Familien wurden gefoltert und ermordet.

Nazifreie Zonen gegen das Vergessen

Als am 8. Mai 1945 das faschistische Deutschland kapitulierte, atmeten nicht nur die überfallenen Nationen auf, sondern es bedeutete auch für viele Menschen in den Konzentrationslagern, dass sie das Unglaubliche überlebt hatten. Aus diesem Grund ist dieser Tag der Tag, an dem wir all jenen Gedenken, die das Grauen beendeten, die die Welt vom faschistischen Terror befreiten.
Nach dem 8. Mai 1945 gab es zwei Losungen an denen die Zukunft Deutschlands gemessen werden sollte. Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus. Seit 1999 nimmt Deutschland wieder an Angriffskriegen teil, ist mit seinen Truppen rund um die Welt präsent und baut seine Armee von einer wehrpflichtigen Verteidigungsarmee zu einer Berufsarmee um, die eine klare Angriffsarmee wird. Dem gilt es, sich zu widersetzen und aufzuzeigen, dass von diesem Land nie wieder Krieg entstehen darf, dass deutsche Profitinteressen nicht noch einmal die Welt in Schutt und Asche versetzen dürfen.
Wir leben derzeit nicht in einem faschistischen Staat. Dennoch stellen sich einige Fragen, die einen beängstigenden Beigeschmack haben. Wie konnte der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) über mehrere Jahre Menschen ermorden, obwohl staatliche Organe vom Treiben der Gruppe wussten? Wieso wird eine faschistische Partei wie die NPD durch Steuergelder finanziert, obwohl Mitglieder dieser Partei den „NSU“ mit Waffen versorgten? Wieso wird die Versammlungsfreiheit von FaschistInnen mit brutaler Gewalt durchgesetzt, während antifaschistischer Protest kriminalisiert wird?
All diese Fragen lassen uns zu einem Schluss kommen: Der Tag der Befreiung muss gefeiert werden, damit niemals vergessen wird, warum die Losung “Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus” auch heute noch aktuell ist.

Wir dokumentieren im folgenden die Pressemitteilung der SDAJ Dortmund.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (4.5.2014) befanden sich 2 jugendliche Antifaschisten in Kirchderne auf dem Heimweg, als sie in Kirchderne auf eine Gruppe von 4-5 Neonazis aufmerksam wurden, die gerade damit beschäftigt war, Wahlplakate der Partei DIE RECHTE aufzuhängen. Zur Gruppe der Neonazis gehörten neben dem stadtbekannten Neonazi Matthias Deyda auch die beiden Kandidaten der Partei DIE RECHTE für die Wahl des Stadtrates Michael Brück und Daniel Grebe. Die Antifaschisten äußerten ihren Unmut über die Plakate mit fremdenfeindlichen Inhalten. Daraufhin kam es zu einem kurzen Wortgefecht.

Nachdem die Antifaschisten ihren Heimweg fortsetzen, hielt in der Straße „Im Karrenberg“ plötzlich ein Auto neben ihnen, aus dem die Gruppe von 4-5 Neonazis stürmte. Da die beiden angeblich kurz zuvor gehängte Plakate abgenommen hätten, griffen die Neonazis die Antifaschisten mit Fausthieben an und rangelten beide zu Boden. Nachdem die Neonazis die beiden überwältigt hatten, fesselten sie die Hände von einem der Antifaschisten mit Kabelbindern zusammen und traten auf den anderen am Boden liegenden ein.
Nach etwa 10 Minuten traf die von den Neonazis verständigte Polizei ein, welche Personalien der Beteiligten und wechselseitig Anzeigen aufnahm.

Zu diesem Vorfall erklärt Tino Towara, Sprecher der SDAJ Dortmund: „Ein solcher Angriff ist in Dortmund einmalig. In SA-Manier Personen zu überfallen und zu fesseln ist eine neue Stufe der Eskalation seitens der Neofaschisten der Partei DIE RECHTE. Das brutale Vorgehen aufgrund des Vorwurfs Wahlplakate abgerissen zu haben ist nicht verhältnismäßig. Hiermit offenbart die Partei DIE RECHTE ihr brutales Antlitz.“

Solidarität mit den Verfolgten Antifaschisten in der Ukraine!
Kundgebung des Lippischen Friedensbündnisses in Detmold

Am 14.03.14 unterstützten wir, die SDAJ-Gütersloh, eine vom Lippischen Friedensbündnis in Detmold angemeldete Kundgebung gegen den von Faschisten unterstützen und vom Westen gelenkten Putsch in der Ukraine.

Große rote Transparente, mit der Aufschrift „Ukraine: Mit deutscher Hilfe kamen Faschisten an die Macht – Solidarität mit den Verfolgten!“ und „1914-2014: Im Westen nichts Neues“, hingen am Eingang des Rathauses in Detmold.
Während in deutschen Medien und durch NGO´s, wie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die aktuelle faschistische Regierung und deren Schlägertrupps vom „Rechten Sektor“ verharmlost werden und deutsche Politiker diese Regierung als demokratisch anerkennen, sind gestern rund 40 FriedensaktivistInnen aus OWL in Detmold zusammen gekommen, um Solidarität mit den verfolgten Antifaschisten zu zeigen und den faschistischen Putsch, für die EU-Expansionsinteressen zu verurteilen.

Als zentrale Redner sprachen sich der Politikwissenschaftler und Friedensforscher „Dr. phil.Peter Strutynsky“, sowie „Uli Sander“ von der VVN–BdA gegen die Unterstützung der aktuellen, von Faschisten (Swoboda, Rechter Sektor) getragenen „Timoschenko-Oligarchen“ Regierung aus und forderten ein Ende des NATO Säbelrasselns gegenüber Russland.

Wir die SDAJ-Gütersloh unterstützen diese Haltung und fordern:
NIE WIEDER FASCHISMUS! NIE WIEDER KRIEG!

SDAJ-Gütersloh

Weitere Infos:
>> http://lippischesfriedensbuendnis.blogsport.de/2014/03/09/denken-nicht-schiessen/
>> http://www.jungewelt.de/bibliothek/dossier/183
>> http://www.german-foreign-policy.com/

Protest gegen Naziaufmarsch in Hamburg am 2. Juni 2012

Proteste gegen eine Unterkunft von Roma, Brandanschläge auf Flüchtlingsheime, Angriffe auf linke GegendemonstrantInnen. Ob im sächsischen Schneeberg, in Berlin-Hellersdorf, in Duisburg oder in Essen: Organisierte Faschisten, die NPD und sogenannte Bürgerinitiativen schüren Hass und Gewalt. Mancherorts eskaliert die Situation, in der 15.000-Einwohner-Stadt Schneeberg folgen zuletzt fast 2.000 Menschen dem Demonstrationsaufruf der NPD. Vielerorts wird von Pogromstimmung gesprochen.

Stellungnahme der SDAJ Gütersloh zur Mahn & Gedenkveranstaltung Blumen für Stukenbrock 2013:

Sowjetischer Soldatenfriedhof Stukenbrock-Senne, Senner Straße
Sonnabend, 7. September
-14.00 Uhr: Friedhofsführungen
-15.00 Uhr: Kranzniederlegung

Blumen für Stukenbrock ist einer der wichtigsten antifaschistischen und antimilitaristischen Veranstaltungen in OWL. Jedes Jahr um den Antikriegstag, kommen mehrere 100 Menschen aus der Friedensbewegung zusammen, um an den Überfall der Wehrmacht auf Polen am 01.09.1939 und an die Verbrechen an den sowjetischen Soldaten im Stalag 326 zu erinnern und diese auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof zu mahnen.
Zur Zeit des Hitlerfaschismus sollte das Strafgefangenenlager in Stukenbrock, der Versklavung von Rotarmisten, Gewerkschaftern und Widerstandskämpfern dienen. In der Zeit von 1941-1945 waren dort über 300.000 Menschen der schrecklichen Strafgefangenenarbeit ausgesetzt. Über 65.000 Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, aus Jugoslawien, Polen, Frankreich und Italien sind dort zu Tode gequält worden.
Nach der Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee und die westlichen Alliierten, haben die überlebenden des Stalag 326 mit ihrer letzten Kraft einen Obelisken als Mahnmal mit einer roten Fahne errichtet.
Auf Anordnung der CDU Landesregierung, wurde die Rote Fahne in der Zeit von 1960-1963 entfernt und durch ein orthodoxes Kreuz ersetzt.
Letztes Jahr, 67 Jahre nach der Befreiung des Stalag 326, hat die Nordrheinwestfälische Landesregierung die Wiederanbringung der Roten Fahne genehmigt.

Auch in diesem Jahr werden wir, als sozialistischer Jugendverband, die Verbrechen des Hitlerfaschismus, in Stukenbrock mahnen und den ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen gedenken.