Mauer, Stasi, alles grau – so sollen wir die DDR sehen. Zum 25. Jahrestag des „Mauerfalls“ am 9. November werden wir wieder einmal erklärt bekommen, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, dass Freiheit und Sozialismus einander ausschließen, dass es keine Alternative zu parlamentarischer Scheindemokratie und angeblich sozialer Marktwirtschaft gibt. Mit der Broschüre „Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“ stellt die SDAJ ihre Sicht auf die DDR dar. In vier Abschnitten fragt die Broschüre: Was ist an der herrschenden Meinung dran, welche Interessen stehen dahinter? Was bedeutet der Sozialismus für den einzelnen, wieso war der Weg vom Arbeiterjugendlichen über eine gute Ausbildung in eine verantwortliche Position so typisch für den anderen deutschen Staat? Wer hat durch das Ende der DDR etwas gewonnen, wer hat verloren, was waren Gründe für das Scheitern der DDR? Und: Ist das Ende der DDR auch der Untergang des Sozialismus? Die Broschüre lässt junge Menschen aus dem Osten und solche, die die DDR mit gestaltet haben, zu Wort kommen, sie stellt die Entwicklung der DDR in ihren historischen Zusammenhang und ergänzt dies durch kurze Beiträge zur marxistischen Theorie. Für die SDAJ zeigen die Erfahrungen der DDR: Trotz aller Fehler und Schwächen ist der Sozialismus das Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Wie wir die DDR zu sehen haben, wollen wir uns nicht von Joachim Gauck und der Bild-Zeitung vorschreiben lassen.

„Ein anderes Deutschland war möglich. Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“, 36 Seiten, 1,- Euro, erhältlich bei der SDAJ-Gruppe in deiner Stadt oder im jW-Shop. Check jungewelt.de

Am Samstag den 30. August 2014 trafen sich einige SDAJlerInnen in Gütersloh, um bei der landesweiten Aktion gegen Leiharbeit, gemeinsam einige Ausbeuter zu outen.
Im Visier standen die über Dreißig Leiharbeitsbuden in der Innenstadt von Gütersloh, die in den letzten Jahren immer mehr an Raum gewinnen und die prekäre und unsichere Situation, von jungen Menschen ohne Ausbildung oder festen Arbeitsplatz ausnutzen können.
Für die Aktion wurde ein Infostand aufgebaut, an dem sich Interessierte mit Sprühdose und Schablone kreativ auslassen und über die Aktion informieren konnten. Neben dem Stand wurde zur selben Zeit ein Sklavenmarkt eröffnet, auf dem junge LeiharbeiterInnen zum Verkauf angepriesen wurden. Darunter waren eine junge Schulabgängerin, ein junger Facharbeiter, sowie ein Langzeit Arbeitsloser und eine junge Frau, aus der ehemaligen Stammbelegschaft, die sich für zwanzig Prozent weniger Lohn und unbezahlten Überstunden, an den Unternehmer bringen wollten.
Der Sklavenhändler erfüllte seine Aufgabe perfekt und pries die Leiharbeit als „Billig, billig, billig…“ an und stellte satirisch heraus, dass Leiharbeit viele Vorteile hätte, die jedoch nur den Unternehmen zugutekommen würden. Die Aktion brachte einige Passanten zum Grübeln, die auch direkt das Gespräch mit uns suchten, um uns von ihren Erfahrungen zu erzählen.