Überall in den Medien spukt das Wort Fachkräftemangel umher – immer weniger Jugendliche würden der Wirtschaft zur Verfügung stehen und immer mehr Stellen unbesetzt bleiben. Ach ja? Aber warum nur bekommen ausgerechnet wir davon so wenig mit? Wir, die eine qualifizierte Ausbildung machen wollen und danach einen guten Job, der Sicherheit und Perspektive bietet? Fakt ist doch, dass Wirtschaftsverbände und Politik so viel über einen Fachkräftemangel sprechen können wie sie wollen, für uns Jugendliche, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, sieht die Realität oft ganz anders aus.

Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung konnten 2013 von allen, die im Laufe des Jahres an einer Ausbildung Interesse hatten, nur 65 Prozent eine duale Berufsausbildung beginnen. Viele überlegen es sich nach den ersten frustrierenden Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt anders und besuchen weiter die Schule oder fangen ein soziales Jahr an. Aber auch nach Abzug derer bleiben immer noch 83.600 junge Menschen die erfolglos einen Ausbildungsplatz suchen und wie viel mehr noch sitzen in Maßnahmen und anderen Warteschleifen fest. Wo bleibt da der Fachkräftemangel? Wenn die Unternehmen so große Angst haben keine Fachkräfte mehr zu bekommen, dann sollen sie doch einfach welche ausbilden…

Von wegen! Tatsächlich bilden nur 21,7 Prozent der Betriebe überhaupt aus und von denen bauen viele ihr Stellenangebot immer weiter ab. Davon können auch wir hier in der Region ein Lied singen. Die Bundesagentur für Arbeit in Bielefeld meldete für ihren Agenturbezirk einen Rückgang der Ausbildungsstellen von 8,4%. Und natürlich sind es ausgerechnet Unternehmen in den Bereichen, wo der Mangel an Fachkräften besonders gerne beklagt wird, nämlich im verarbeitenden Gewerbe (-8,8%) und speziell im Maschinenbau (-18,6%). Aber selbst wenn man zu den glücklichen gehört die einen Ausbildungsplatz bekommen haben, wie viele können schon behaupten ihren Wunschberuf erlernen zu können, wer kann von seiner Ausbildungsvergütung tatsächlich leben und weiß, dass er danach eine sichere Zukunft in seinem Job hat. Wir haben es satt uns für dumm verkaufen zu lassen.

Es gibt keinen Fachkräftemangel sondern einen Ausbildungsplatzmangel!!!

Wir fordern ein Ausbildungsgesetz, welches den Interessen der Auszubildenen entspricht und nicht denen der Unternehmer!

Kundgebung in Essen
Seit Mai 2013 gehören 91 BurgerKing-Restaurants in Deutschland dem Franchise-Nehmer Ergün Yildiz. Seit dieser Übernahme wurde der Druck auf die Beschäftigten massiv erhöht. Immer mehr Arbeit soll aus ihren herausgepresst werden – zu immer schlechteren Bedingungen: Der Lohn wird teilweise verspätet ausgezahlt, teilweise überhaupt nicht, tarifliche garantierte Zuschläge für Mehrarbeit und Nachtarbeit werden ebenfalls nicht ausgezahlt. Insbesondere auf die Betriebsräte, die sich gegen diesen Angriff der Unternehmer, die durch die Arbeit ihrer Beschäftigten reich werden, zur Wehr setzen, wurden unter Druck gesetzt und gekündigt.
Deswegen hatte die Gewerkschft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die die Betriebsräte und die Beschäftigten unterstützt, zu einer Kundgebung vor einem der BurgerKing-Restaurants aufgerufen – mit dabei die SDAJ, die mit ihrem Transparent viel Zuspruch bekam.

O-Ton einer Betriebsrätin:
„Wir machen das hier, um die Sache weiter zu unterstützen. Wir wollen zeigen, was bei BurgerKing so passiert: Also dass die Löhne nicht rechtzeitig gezahlt werden. Die Leute, die bei BurgerKing arbeiten, die sind abhängig von ihrem Lohn, die können nicht mal eben nächste Woche einen anderen Arbeitsplatz finden. Wir fordern, dass diese Menschen und ihre Rechte respektiert werden. Wir als Betriebsräte haben seit einem Jahr keinen Lohn mehr bezahlt bekommen. Wir kriegen derzeit von BurgerKing einfach keinen Cent. Wir brauchen dafür die Unterstützung der Öffentlichkeit. Und hier mit der Kundgebung zeigen die Gewerkschaften und alle die hier sind und ja auch ihr eure Solidarität. Das ist sehr wichtig für uns. Wir müssen einen langen Atem haben.“

Stellungnahme der AG Antimilitarismus des Bundesvorstands der SDAJ:

Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend verurteilt aufs Entschiedenste das jüngste von ukrainischen Faschisten in Odessa begangene Massaker, bei dem über vierzig Menschen ermordet wurden! Nachdem ein Zeltlager von Unterstützern eines Referendums über Föderalisierung der Ukraine von einem Demonstrationszug von Anhängern des faschistischen „Rechten Sektors“ angegriffen wurde, flüchteten sich die Angegriffenen in das naheliegende Gewerkschaftshaus. Mit vorbereiteten Brandsätzen attackierten die Faschisten das Haus, setzten es in Flammen und ließen die Eingeschlossenen bei lebendigem Leib verbrennen oder bei Sprüngen aus den Fenstern sterben. Wer sich ins Freie retten konnte, wurde zu Tode geprügelt. Die Polizei sah dem Massaker tatenlos zu, der Gouverneur des Gebietes Odessa drückte seine Unterstützung für das Vorgehen der Faschisten aus, das er als „Säuberungsaktion“ gegen „Terroristen“ bezeichnete. Die Putschisten-Regierung in Kiew und die deutschen Medien sind eifrig bemüht, die faschistischen Mörder zu entschuldigen und berichten von angeblichen bewaffneten Angriffen prorussischer Aktivisten auf den „friedlichen“ Demonstrationszug im Vorfeld. Imperialisten und Putschisten stellen sich schützend vor die Mörder, die für sie die Drecksarbeit erledigen und mit Gewalt und Terror die Autonomiebestrebungen im Süden und Osten der Ukraine ersticken sollen. Unsere Solidarität gilt allen Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Ukraine, die sich den faschistischen Mördern entgegenstellen!

Während LehrerInnen im Geschichtsunterricht und offizielle VertreterInnen der Bundesrepublik gerne von der deutschen Kapitulation reden, sprechen wir immer noch vom Tag der Befreiung.

An diesem Tag haben die Deutschen keine schwere Niederlage erlebt, an diesem Tag wurde die schlimmste Herrschaft in der Geschichte Deutschlands beendet.
Schon kurz nach der Machtübertragung an Hitler wurden Mitglieder der KPD, SPD und der Gewerkschaften in Konzentrationslager verschleppt. Viele von ihnen haben den Tag der Befreiung nicht mehr erlebt. Der sogenannte Reichsarbeitsdienst, sorgte dafür, dass tausende Menschen zu Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen wurden, ohne Rechte, geschweige denn einer Vertretung in Form von Betriebsräten. Die Gewerkschaften waren zu diesem Zeitpunkt schon zerschlagen. In der Folge dieser Herrschaft wurden dann alle, die nicht ins faschistische Weltbild passten, deportiert und systematisch ermordet. Egal ob Menschen mit jüdischem Glauben, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, Roma und Sinti oder politische GegnerInnen.
Die deutsche Wehrmacht war bei all diesen Verbrechen beteiligt. So organisierte sie die Zusammentreibung von jüdischen Menschen um diese dann in Massengräbern zu erschießen. Unter dem Vorwand Partisanen zu bekämpfen wurden Dörfer ausgerottet, Frauen, Kinder und ganze Familien wurden gefoltert und ermordet.

Nazifreie Zonen gegen das Vergessen

Als am 8. Mai 1945 das faschistische Deutschland kapitulierte, atmeten nicht nur die überfallenen Nationen auf, sondern es bedeutete auch für viele Menschen in den Konzentrationslagern, dass sie das Unglaubliche überlebt hatten. Aus diesem Grund ist dieser Tag der Tag, an dem wir all jenen Gedenken, die das Grauen beendeten, die die Welt vom faschistischen Terror befreiten.
Nach dem 8. Mai 1945 gab es zwei Losungen an denen die Zukunft Deutschlands gemessen werden sollte. Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus. Seit 1999 nimmt Deutschland wieder an Angriffskriegen teil, ist mit seinen Truppen rund um die Welt präsent und baut seine Armee von einer wehrpflichtigen Verteidigungsarmee zu einer Berufsarmee um, die eine klare Angriffsarmee wird. Dem gilt es, sich zu widersetzen und aufzuzeigen, dass von diesem Land nie wieder Krieg entstehen darf, dass deutsche Profitinteressen nicht noch einmal die Welt in Schutt und Asche versetzen dürfen.
Wir leben derzeit nicht in einem faschistischen Staat. Dennoch stellen sich einige Fragen, die einen beängstigenden Beigeschmack haben. Wie konnte der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) über mehrere Jahre Menschen ermorden, obwohl staatliche Organe vom Treiben der Gruppe wussten? Wieso wird eine faschistische Partei wie die NPD durch Steuergelder finanziert, obwohl Mitglieder dieser Partei den „NSU“ mit Waffen versorgten? Wieso wird die Versammlungsfreiheit von FaschistInnen mit brutaler Gewalt durchgesetzt, während antifaschistischer Protest kriminalisiert wird?
All diese Fragen lassen uns zu einem Schluss kommen: Der Tag der Befreiung muss gefeiert werden, damit niemals vergessen wird, warum die Losung “Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus” auch heute noch aktuell ist.

Wir dokumentieren im folgenden die Pressemitteilung der SDAJ Dortmund.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (4.5.2014) befanden sich 2 jugendliche Antifaschisten in Kirchderne auf dem Heimweg, als sie in Kirchderne auf eine Gruppe von 4-5 Neonazis aufmerksam wurden, die gerade damit beschäftigt war, Wahlplakate der Partei DIE RECHTE aufzuhängen. Zur Gruppe der Neonazis gehörten neben dem stadtbekannten Neonazi Matthias Deyda auch die beiden Kandidaten der Partei DIE RECHTE für die Wahl des Stadtrates Michael Brück und Daniel Grebe. Die Antifaschisten äußerten ihren Unmut über die Plakate mit fremdenfeindlichen Inhalten. Daraufhin kam es zu einem kurzen Wortgefecht.

Nachdem die Antifaschisten ihren Heimweg fortsetzen, hielt in der Straße „Im Karrenberg“ plötzlich ein Auto neben ihnen, aus dem die Gruppe von 4-5 Neonazis stürmte. Da die beiden angeblich kurz zuvor gehängte Plakate abgenommen hätten, griffen die Neonazis die Antifaschisten mit Fausthieben an und rangelten beide zu Boden. Nachdem die Neonazis die beiden überwältigt hatten, fesselten sie die Hände von einem der Antifaschisten mit Kabelbindern zusammen und traten auf den anderen am Boden liegenden ein.
Nach etwa 10 Minuten traf die von den Neonazis verständigte Polizei ein, welche Personalien der Beteiligten und wechselseitig Anzeigen aufnahm.

Zu diesem Vorfall erklärt Tino Towara, Sprecher der SDAJ Dortmund: „Ein solcher Angriff ist in Dortmund einmalig. In SA-Manier Personen zu überfallen und zu fesseln ist eine neue Stufe der Eskalation seitens der Neofaschisten der Partei DIE RECHTE. Das brutale Vorgehen aufgrund des Vorwurfs Wahlplakate abgerissen zu haben ist nicht verhältnismäßig. Hiermit offenbart die Partei DIE RECHTE ihr brutales Antlitz.“

Unsere bundesweite Kampagne „Unsere Zukunft statt Eure Profite!“ und das Ausbildungsgesetz der SDAJ, bekamen gestern auf der DGB Kundgebung in Bielefeld, starken Zuspruch von Gewerkschaftern und Bündnispartnern. Der „DGB Stadtjugendausschuss Bielefeld“ hat mit einer Aktion auf der Demonstration, die Ausbildungsbedingungen und den „Ausbildungsplatzmangel“ in den Betrieben skandalisiert. Ziel war es den symbolischen goldenen Ausbildungsplatz zu erkämpfen.

Aus dem Flugblatt der DGB Jugend OWL:
Warum die arme Wirtschaft nicht ausbildet: Ausreden und Fakten:
„Die Situation für Auszubildene in OWL wird immer schwieriger. Während die Unternehmen weiter munter Ausbildungsplätze abbauen, suchen immer mehr junge Menschen verzweifelt einen Ausbildungsplatz. In Bielefeld ist die Situation besonders schlecht.“(..) „Fakt ist: Es gibt keinen BewerberInnenmangel, sondern zu wenige Ausbildungsplätze. Nur noch 21,7 % der ausbildungsfähigen Betriebe bilden bundesweit überhaupt noch aus. Wer nicht ausbildet, hat auch in Zukunft keine Fachkräfte und produziert somit den Mangel selbst. Wenn Unternehmen das nicht begreifen und keine Verantwortung übernehmen, brauchen wir eine gesetzliche Ausbildungsgarantie!“

Auf der DGB Kundgebung im Ravensberger Park, konnten wir neue Kontakte zu möglichen Bündnispartnern festigen. So freuen wir uns auf eine Zusammenarbeit, mit der DGB Jugendreferentin „Janina Hirsch“ und der „DIDF Bielefeld“.

In diesem Sinne:
Ausbeuter outen – Ausbildung erkämpfen!
Hoch die internationale Solidarität!

weitere Fotos:
http://www.sdaj-owl.de/pages/gallery.html?gallery=public/fotos/1.Mai2014/