Vom 17. bis 20. Mai findet in Münster erneut ein Pfingstcamp der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) statt. Von Diskussionen, Vorträgen und Workshops über Sport bis zu Konzerten und Kultur wird euch an diesen vier Tagen wieder ein spannendes Programm geboten:
Neben Runden zu Antimilitarismus, Frauenpolitik und Kommunalen Kürzungen soll es auch diesmal in einer Schüli-Runde um Themen gehen, die SchülerInnen in ihrer Schule oder Schülervertretung besonders interessieren. Ausserdem diskutieren wir in einer Runde die Tarifauseinandersetzungen der letzten Monate und das Thema Leiharbeit. In einer Cuba-Runde beschäftigen wir uns damit wie Sozialismus und Demokratie eigentlich in der Praxis aussehen und was es mit den neuen Wirtschaftsreformen dort auf sich hat. Zwischendurch wird es eine Lesung, Filme, ein Fußballtunier und Anderes geben. Abends geht‘s dann gut gelaunt mit Konzerten und Arbeiterliedern am Lagerfeuer oder auf der Tanzfläche weiter.

Tickets und weitere Infos gibt es auf der Camp Homepage oder auf unserem wöchentlichen Gruppenabend, meldet euch einfach: vorstand@sdaj-owl.de

Wir die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Gütersloh und die SchülerInnenvertretung der Anne Frank Gesamtschule, haben uns am 13.April, in der Gütersloher Innenstadt, mit einem Transparent welches die Aufschrift trug, „Leiharbeit abschaffen! – Strike Back! Das Kapital schlägt zu, wir schlagen zurück“, an den bundesweiten „Umverteilen“ Aktionen beteiligt.

Das „Gütersloher Bündnis für soziale Gerechtigkeit“ hatte zu einer sog. „Rückwärtsdemo“ in der Berliner Str. aufgerufen, um u.a. für die Einführung einer flächendeckenden Reichensteuer und eine einmalige Vermögensabgabe, symbolisch rückwärts zu demonstrieren. Rund 30 Aktivisten des regionalen Bündnisses bestehend aus Linkspartei, Attac und Gewerkschaftern, beteiligten sich am 13.04, an der Aktion in der Gütersloher Innenstadt.(NW berichtete 16.04.2013)

Bei einem Zwischenstopp auf dem Kolbeplatz, vor dem Volksbanklokal „Bankery“, haben wir neben einem Redebeitrag von Ludger Klein-Ridder, zur „demokratischen Kontrolle der Banken“, Parolen wie

„Brecht die Macht der Banken und Konzerne!“

und an anderer Stelle

„Siemens, Daimler, Bertelsmann-der Hauptfeind steht im eigenen Land“

laut entgegnet und dabei den gemeinsamen bundesweiten Aufruf mit der DidF Jugend, „Her mit der Kohle! Es geht um unsere Zukunft!“ verteilt.

An der Ecke zur Schulstr. in der Innenstadt, gab es Redebeiträge, ohne konkreten Bezug, von Gewerkschaftern (DGB) zur Hartz4 und Rentenpolitik. Der Betriebsratsvorsitzende des Städt. Klinikums Gütersloh sprach ergänzend von einer „Zwei Klassen Medizin“.

Doch warum „rückwärts“ und nicht entschlossen -solidarisch „vorwärts“ demonstrieren?

Der Sprecher des Bündnisses (Rainer Westphal), begründete die fragwürdige Aktionsform mit: „Wir demonstrieren hier rückwärts, weil in den letzten 20 Jahren und besonders seit der schwarz/gelben Koalition 2005 in der BRD, eine rückwärtsgewandte Politik betrieben wurde. Das müssen wir verhindern, wir brauchen Fortschritt in Deutschland!“.

„Brecht die Macht, der Banken und Konzerne!“ und „Siemens, Daimler, Bertelsmann – der Hauptfeind steht im eigenen Land!“, sind unsere Antworten an die Parteien im Bundestag, die deutsche Wirtschaft und ihrer Vertreter des größten Konzerns, der EU, die von der kapitalistischen Krise in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Zypern profitieren. Genau aus diesem Grund müssen in Zukunft, solche Demonstrationen von Gewerkschaftern und Betriebsaktiven in Gütersloh, vor Betrieben wie z.B. Bertelsmann, Miele und Draht Wolf abgehalten werden, damit die Beschäftigen ein Bewusstsein dafür bekommen, das jede unbezahlte Überstunde, jeder Lohnverzicht durch interne Werksvertragsregelungen und vor allem jeder Streikverzicht, ein zusätzlicher Profit für die Kapitalisten ist und diesen ungerecht verteilten Reichtum in Deutschland erst ermöglichen.

„Hartz 4 muss weg, wir brauchen eine Grundsicherung der Renten, Steueroasen aufdecken, für eine Vermögenssteuer!“
Alles schön und gut…Doch ist damit wirklich der Klassenwiderspruch, zwischen den Verursachern und Profiteuren der kapitalistischen Krise und uns als Arbeiterklasse aufgelöst? Können wir wirklich davon ausgehen, dass diese sozusagen „einmaligen“ Errungenschaften, für uns als Arbeiterklasse im Kapitalismus, von den herrschenden Parteien im Bundestag durchgesetzt werden und zu einer solidarischen, humanistischen und demokratischen Gesellschaft führen?

Wir sagen Nein, das reicht nicht aus! Umverteilen nur durch Klassenkampf!

In der Bundesrepublik häuft sich der Reichtum bei den Banken und Konzernen. Sie machen Milliardengewinne. Die Anzahl der Milliardäre liegt hierzulande bei über 100, die Zahl der Millionäre bei 800.000! Diesem Reichtum steht bittere Armut auf der anderen Seite gegenüber.
Offiziell gibt es 3,14 Mio. Arbeitslose, hinzukommen diejenigen, die aus der Statistik verschwinden. Es fehlen 300.000 Ausbildungsplätze.
Jeder vierte Beschäftigte ist Niedriglöhner. Seit Beginn der Krise 2009 werden die Banken und die Finanzmärkte für die anhaltende Umverteilung verantwortlich gemacht. Allerdings hat sich der Staat in den letzten Jahren als zuverlässiger Helfer aller Großunternehmen bei der Umverteilung von unten nach oben erwiesen, also auch der industriellen Großkonzerne.

Die gesellschaftliche Spaltung in arm und reich hat seine Ursache in der Spaltung in besitzende und nicht besitzende Klassen: Die Eigentümer der Unternehmen, die Großaktionäre, die Unternehmerclans und ihr Management profitieren davon.
Ihnen gegenüber stehen die Arbeiter, Angestellten, Azubis, Studierenden und SchülerInnen. Sie sind gezwungen, mit immer weniger Lohn, Gehalt oder Vergütung auszukommen. Der Staat und die herrschenden Parteien CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP sind diejenigen, die die stattfindende Umverteilung ausführen. Mit Hilfe der Schuldenbremse werden Kommunen finanziell an die Wand gedrückt, im Öffentlichen Dienst wird gekürzt.

Gleichzeitig reserviert der Staat Milliarden für den Krisenschutz der Banken und Konzerne und für’s Militär. Gerade jetzt vor der Bundestagswahl versuchen die herrschenden Parteien, sich wieder ein soziales Image zu geben. Beispielsweise die SPD, die angeblich ihr Herz für MieterInnen entdeckt, aber durch ihre Sozialpolitik hunderttausende HartzIV EmpfängerIn-nen aus ihren Wohnungen vertreibt.
Gegen die Umverteilung von unten nach oben helfen uns nicht die, die gestern den Niedrig-lohnsektor geschaffen haben und heute als Retter des Sozialstaates auftreten. Wir müssen uns zur Wehr setzen gegen die herrschenden Parteien, die Banken und Konzerne. Wir unter-stützen die Forderung nach einer Vermögenssteuer. Wir kämpfen aber auch darum, dass der gesellschaftlichen Reichtum aus den Händen der Banken und Konzernen und ihrem Staat in die Hände der SchülerInnen, Azubis, Studis und ArbeiterInnen gelangt.
Dafür ist weit mehr nötig, als eine Vermögenssteuer.
Dazu ist aber auch nötig, das Eigentum an den Banken und Konzernen selbst anzutasten!

>> Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne!
>> Gesetzlicher Mindestlohn von 12 EUR pro Stunde!
>> Unbefristete Übernahme im erlernten Beruf!
>> Verbot von Leiharbeit!
>> Für ein Ausbildungsgesetz – wer nicht ausbildet, muss zahlen!

sdaj_umfairteilen_flyer.pdf