Die Schülerinnenvertretung (SV) der Anne Frank Gesamtschule Gütersloh, erklärt am 16. Mai in einer Pausenaktion, ihre Schule zu einer „Nazifreien Zone“. Die Aktion ist Teil des Schulprojekts „Schule ohne Rassismus! Schule mit Courage!“ und wird von der Schulleitung und der Schulpflegschaft (Elternvertretung) mit unterstützt.
Der Termin wurde ursprünglich, laut SV für den 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus angesetzt, um mit dieser symbolischen Aktion, auf das Vergessen und Verfälschen dieses Tages, im Geschichtsunterricht und Medien aufmerksam zu machen.

Warum eine Nazifreie Schule?:

In einer gemeinsamen Erklärung von Schülerinnenvertretung, Schulleitung und Schulpflegschaft, den auch wir als SDAJ unterstützen, schreibt die SV:

„Rassistische Hetze gegen Migranten und Migrantinnen lässt uns den wahren Verursacher unserer Perspektivlosigkeit nicht erkennen und die falschen verurteilen. Die Nazis spalten uns Schüler in Rasse, soziale Herkunft, Geschlecht und Religion. Das widerspricht der Philosophie von Gesamtschulen und der Forderung „Eine Schule für Alle!“, des letzten Bildungsstreiks.“
Die rassistische Spaltung in „Deutscher“ und „Ausländischer“ Arbeiter benachteiligt ausländische Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und erschwert solidarisches Miteinander im Betrieb. Gegen die Verursacher dieser Entwicklungen können wir uns nur gemeinsam wehren, um eine „Schule für Alle“ zu schaffen, in der Rassismus und Geschichtsverfälschung kein Platz haben. Wir wenden uns gegen die Verharmlosung der Nazi-Ideologie und stellen uns gemeinsam gegen Rechts.
Wir setzen uns unabhängig von unserer Herkunft gemeinsam für eine bessere Schule ein! Von Nazis und anderen Rassisten – ob offen oder hinter „Islamkritik“ versteckt – lassen wir uns nicht spalten. Sie haben an unserer Schule nichts verloren.
Für sie heißt es hier: „Kein Platz für Nazis!“

Das Jahr 2012 wird für uns die SDAJ genutzt, um die bundesweite SDAJ Kampagne in Gütersloh, mit dem Namen „Nazifreie Stadt/Zone Gütersloh“ durchzuführen. Diese Kampagne soll vor allem Interessensvertretungspolitische Organisationen, wie SVen & Gewerkschaften, in der antifaschistischen Arbeit an den Schulen und in den Betrieben zusammenführen. Darüber hinaus unterstützen wir Schülervertretungen, die das Projekt „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“, an ihrer Schule durchführen.
Eine Nazifreie Zone bedeutet nicht nur, dass sich Schüler/Innen und Lehrer/Innen für eine Schule gegen Rassismus aussprechen, sondern rassistische und faschistische Meinungen gar nicht geduldet werden. Die SVen im Kreis Gütersloh müssen die Erkenntnis entwickeln, dass Nazis von Grund auf, gegen die Interessen von uns Schülern stehen.

Die Forderungen der Bildungsstreiks: „Eine Schule für alle! Gegen eine Elitebildung in der Gesellschaft!“, bedeutet das wir uns nicht in Haupt, Real und Gymnasiasten spalten lassen. Dem stehen die herrschenden rechten Interessen, der bürgerlichen Demokratie entgegen.

Denn um den Kapitalismus und seine Produktionsweise zu erhalten, benötigt man hier zu Lande, eine Elite und eine Arbeiterbildung, die uns Schüler im späteren Leben hart arbeiten lässt und die Reproduktion der Kapitalisten erst möglich macht.

Wer gegen den Faschismus kämpfen will, muss dafür sorgen, dass die Menschen im Betrieb und in der Schule ihre gemeinsamen Interessen erkennen – unabhängig von Nationalität oder Hautfarbe, aber abhängig von ihrer Stellung in der Gesellschaft. Und wer den Kampf für die Interessen der Lohnabhängigen führen will, muss dafür sorgen, dass Rassisten und Rassismus unter unseren Kolleginnen und Kollegen, in unseren Schulen und in unseren Interessensvertretungen keinen Platz haben.
Klasse statt Rasse eben: Wo wir lernen und arbeiten, müssen wir nazifreie Zonen schaffen.

Weitere Infos: Megaphone Nr.2 / 2012 – Nazifreie Zonen schaffen! MegaphoneNr.2_2012-NazifreieZonenschaffen.pdf