Der
Rosa Luxemburg Club Bielefeld lädt wieder zu Vortrag und Gespräch ein:
Verzicht auf die Idee des geschichtlichen Fortschritts?
Über die Aufrechterhaltung der marxistischen Perspektiven im geschichtstheoretischen Denken
mit Dr. Robert Steigerwald
Am Donnerstag, den 30. August 2007 um 20.00 Uhr in der Bürgerwache Siegfriedplatz

Die Krönung, das Ende der Geschichte, sei der Kapitalismus - so versuchen die Ideologen der herrschenden Wirtschafts- und Politikeliten uns die Welt zu erklären. Zugegeben: Sozialistisch orientierte Großtheorien haben nicht gerade Konjunktur. Die Entwicklung von kapitalistischer Wirtschaft und Gesellschaft verlief anders als von marxistisch ausgerichteter Politik und von Zusammenbruchstheoretikern erwartet. Die vermeintliche Gesetzmäßigkeit der historischen Fortschreitens, der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, der weltweite Sturz der herrschenden Klassen trat nicht ein. Der Streit darüber, die Verarbeitung dieses Versagens und die angemessene Beschreibung von Kapitalentwicklung und Kapitalismus wird die Linke sicher noch lange beschäftigen - allein schon deshalb, weil weltweite Verteilungskriege und periodische Krisen mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur dies erfordern.
Marx und Engels hatten jedoch mit dem dialektischen und historischen Materialismus zugleich eine ambitionierte philosophische Grundlage der entstehenden Arbeiterbewegung abgeliefert. Wichtiger Bestandteil dieser Anstrengungen war das Bestehen auf der Erkennbarkeit des historischen Prozesses. Der RLS möchte - nach der Veranstaltung mit Michael Heinrich im Frühjahr - zum zweiten Mal der Frage nachgehen, inwieweit die Arbeiten von Marx und Engels eine Geschichtstheorie oder heute noch gültige geschichtsphilosophische Grundlinien erkennen lassen. Das Interesse gilt weiterhin der Reinigung der Kritik der politischen Ökonomie von metaphysischen Altlasten. Gegen die zeitgeistgemäße
Verabschiedung von marxistischen Perspektiven im geschichtstheoretischen Denken argumentiert diesmal
Robert Steigerwald für den Bezug auf Marxsche Grundlagen und den historischen Materialismus.